Sehr geehrte GemeindebürgerInnen!

Die feuerpolizeiliche Beschau dient Ihrer Sicherheit. Im Alltag fallen uns oft mögliche Gefahren einer Brandentstehung nicht auf. Die Experten der feuerpolizeilichen Beschau haben die Aufgabe (Brand-)Gefahren zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu erarbeiten.

Die Anforderungen und die Durchführung der Beschau ist in den §§ 19 - 21 des NÖ Feuerwehrgesetzes - NÖ FG, LGBl. 4400-8 geregelt.  Sie wird künftig alle 10 Jahre durch den zuständigen Rauchfangkehrermeisterdurchgeführt. Bei Bedarf kann er für die Beschau auch anderen Sachverständigen (z.B. Feuerwehr) zur Durchführung beiziehen.

Bei der feuerpolizeilichen Beschau müssen alle Bauwerke Ihrer Liegenschaft, sowie alle Räume in den Baulichkeiten beschaut werden.

Dabei wird im Besonderen folgendes überprüft:

  • Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungsdienste und Feuerwehr
  • Erste Löschhilfe (tragbare Feuerlöscher) und die Löschwassersituation im Allgemeinen
  • Baulicher Zustand, Widmungsänderungen (z.B. Wohnräume in Arbeitsräume u. ä.)
  • Brandabschnittsbildung, Brandwände
  • Garagen, Fahrzeugabstellplätze und Unterstellplätze.
  • Geländer, Handläufe, Brüstungen und Abdeckungen
  • Rauch- und Abgasfänge
  • Ordnungsgemäße Lagerungen
  • von brennbaren Flüssigkeiten und Flüssiggasen hinsichtlich Kennzeichnung, Brand- und Umweltschutz
  • von festen Brennstoffen, Erntegütern u. ä.
  • auf Dachböden
  • Feuerungsanlagen, hinsichtlich Brand- und Umweltschutz (Prüfberichte)
  • Elektrische Anlagen / Blitzschutzanlage - ordnungsgemäße Installation und Atteste

Zusätzlich wird bei Betrieben überprüft:

  • Brandschutzbeauftragter
  • Brandschutzbuch
  • Brandschutzorganisation
  • Brandschutzpläne, Brandschutzordnung
  • Brandschutzeinrichtungen
  • Abnahmeatteste, Kontrollbücher, ...

Bei der Beseitigung eventuell vorhandener Probleme wenden Sie sich an die Gemeinde, Ihren Rauchfangkehrer oder Ihre Feuerwehr. Sie alle stehen Ihnen gerne beratend zur Verfügung.

Tipps zur Verbesserung der Brandsicherheit Ihres Objektes:
Allgemeines

Halten sie allgemeine Ordnung und Sauberkeit in ihren Objekten, besonders in Garagen, auf Dachböden sowie in Arbeits-, Werk- und Hobbyräumen. Brennbare Abfälle, Staub, verschüttete oder in offenen Gefäßen aufbewahrte brennbare Flüssigkeiten (Reinigungs- und Lösungsmittel) führen häufig zu einer erheblichen Brandgefahr. Entfernen sie daher regelmäßig unnötige Lagerungen leicht brennbarer Stoffe, wie Holzabfälle, Stäube usw. und lagern sie Produkte grundsätzlich übersichtlich und brandsicher.

Das Einhalten der allgemeinen Ordnung und Sauberkeit senkt das Risiko einer Brandentstehung und raschen Brandausbreitung.

Baulicher Zustand - Brandabschnittsbildungen
Achten sie auf ordnungsgemäße Verschlüsse (Brandschutztüren, Abschottungen, usw.) und Ausführungen von Brandwänden (Verputz, keine Öffnungen, keine durchgehenden brennbare Materialien, wie Holzträger udgl. speziell im Dachbereich).

Die Kennzeichnung und Zugänglichkeit von Hauptabsperreinrichtungen, z.B. Gas, Öl, Wasser, Fernwärme, Strom usw. ist sicherzustellen.

Heiz- und Brennstofflagerräume müssen den brandschutz- und sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen (eigener Brandabschnitt, vorgeschriebene Belüftung).

Tragbare Feuerlöscher
In jedem Haushalt muss zumindest ein tragbarer Feuerlöscher als Erste Löschhilfe vorhanden sein. Dieses Löschgerät ist an einer leicht erreichbaren Stelle zu montieren und zumindest alle 2 Jahre von einem Sachkundigen auf Funktionsfähigkeit überprüfen zu lassen. Machen Sie sich selbst mit dem Umgang Ihres Feuerlöschers vertraut.

Rauchfänge
Überprüfen Sie den Bauzustand Ihrer Rauch- bzw. Abgasfänge, ergänzen Sie fehlenden Verputz und entfernen Sie brennbare Materialien (Anlagerungen, Holzbalken von Decken und Dachstühlen usw.) vom Rauchfangmauerwerk. Ersetzen bzw. reparieren Sie beschädigte Putz- und Kehrtürchen. Verschließen Sie offene An-schlussstellen durch Vermauern oder Blechkapseln dicht.

Feuerstätten (Heizkessel, Öfen, Herde)
Achten Sie auf ausreichenden Abstand zu Einrichtungsgegenständen und brennbaren Lagerungen. Unter und vor den Feuerstätten sind nichtbrennbare Fußbodenbeläge (z.B. Bleche, Fliesen und dgl.) erforderlich.

Automatische Heizungen (Hackgut- oder Pelletsheizungen) sind in brandbeständigen Heizräumen mit Brandschutztüren aufzustellen und die Sicherheitseinrichtungen zumindest jährlich zu überprüfen.

Die Asche aus Feuerstätten ist bis zur gefahrlosen Beseitigung in nichtbrennbaren Behältern mit Deckeln zu verwahren.

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Defekte Betriebsmittel (Fernsehgeräte, Radios, Bohrmaschine, usw.) oder Kabel sind einer fachgerechten Reparatur zuzuführen. Dies gilt ebenso für Geräteanschluss- und Verlängerungskabel sowie deren Einführungen in Stecker und dgl. In Betriebs-räumen dürfen nur Leuchten entsprechender Schutzart verwendet werden. Denken Sie daran jede Lampe entwickelt Wärme und kann als mögliche Zündquelle dienen. Die fachgerechte Elektroinstallation ist mittels Attest nachzuweisen. Provisorien, wie "Freileitungen" sind nicht zulässig und umgehend ÖVE-Konform auszuführen.

Sicherheitseinrichtungen (wie Fehlerstromschutzschalter, kurz: FI) sind regelmäßig zu überprüfen (z.B. bei der Sommer-Winterzeit Umstellung).

Blitzschutzanlagen
Wenn Ihr Objekt mit einer Blitzschutzanlage ausgestattet ist, stellt eine regelmäßige Überprüfung - zumindest alle 10 Jahre (5 Jahre in der Landwirtschaft) - durch einen Fachmann sicher, dass sie Blitzschläge gefahrlos ableitet. Überprüfungsprotokolle aufbewahren!

Antennen am Dach Ihres Gebäudes sind zu erden.

Lagerungen brennbarer Stoffe im Gebäude
Keine Lagerung leicht brennbarer oder schwer löschbarer Güter auf Dachböden, insbesonders brennbarer Flüssigkeiten und Abfälle, ausgenommen Erntegüter in der Landwirtschaft. Alle Teile des Dachbodens müssen leicht zugängig sein (auf jeden Fall: Rauch- und Abgasfänge, sowie Dachbodenfenster).

Lagerung brennbarer Flüssigkeiten
Bewahren Sie brennbare Flüssigkeiten nicht in der Nähe von Feuerstätten auf, ihre Dämpfe könnten sich entzünden (Brand- und Explosionsgefahr). Motorrasenmäher - mit Treibstoff im Tank - nicht im Heizraum überwintern. Größere Mengen brennbarer Flüssigkeiten sind in geeigneten Lageräumen aufzubewahren (z.B. Öllagerraum).

Ein Dieseltank (bis 999 l) ist in einem brandbeständigen Lagerraum aufzubewahren. Der Behälter muss in einer Auffangwanne stehen oder doppelwandig ausgeführt sein. Er ist gemäß NÖ Bauordnung anzeigepflichtig! Mehr als 1000 l sind von der Baubehörde zu bewilligen, wichtig für die Versicherung.

Lagerung von Flüssiggas
Bei einer Gesamtlagermenge von mehr als 5 kg Flüssiggas ist ein Hinweisschild, deutlich beim Hauseingang sichtbar anzubringen.

Flüssiggasflaschen dürfen nicht in Kellerräumen, aber auch nicht auf Gängen und Stiegenhäusern, in Hauseingängen und Hausdurchfahrten, in Garagen, Scheunen udgl. gelagert werden.

Gasflaschen bis 15 kg dürfen in einer Wohnung oder einem Betriebsraum aufbewahrt werden (Verwendung darf nur in diesem Raum erfolgen).

Flüssiggasflaschen mit mehr als 15 kg Inhalt sind außerhalb des Gebäudes zu lagern. Auf Schutz gegen Sonnenbestrahlung (Lagerschrank) sowie Kennzeichnung und Absicherung einer Schutzzone von 5 - 10 m ist zu achten.

Flüssiggas dehnt sich bei Erwärmung stark aus, ab einer Temperatur von 70°C muss mit dem Bersten von Versandbehältern gerechnet werden. Diese sind deshalb vor Erwärmung zu schützen, dürfen keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt, und auch nicht in der Nähe von Öfen und Heizkörpern aufgestellt werden.

Abstellen von Kraftfahrzeugen (Autos, Traktoren, usw.)
Kraftfahrzeuge (Autos, Traktoren, Motorräder, aber auch andere mit Verbrennungsmotoren betriebene Geräte) dürfen nur in geeigneten Garagen oder im Freien dauerhaft und unbeaufsichtigt abgestellt werden.

 

Weitere Infos erhalten Sie bei Ihrem Rauchfangkehrer oder beim Land NÖ:

http://www.rauchfangkehrer.org/itemacms/content/files/Verordnungen/feuerbeschau_folder.pdf
Folder "Feuerpolizeiliche Beschau" zum herunterladen

http://www.noel.gv.at/bilder/d53/Feuerpolizeiliche_Beschau_-_Richtlinie.pdf?21259
"Richtlinie für die Durchführung der feuerpolizeilichen Beschau"  zum herunterladen